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1. Prozessmanagement
Ein Prozess bindet in der Praxis nicht nur interne Daten, sondern auch
externe Daten. Am Beispiel Genese wird dies deutlich durch die
Integration externer Datenbanken und Services. Ein Prozess kann z.B. zur
Überprüfung der erfassten Daten externe Datenbanken kontakten und die
Ergebnisse in die weiteren Schritte einfließen lassen oder sogar den
weiteren Verlauf des Prozesses bestimmen.
Prozesse können helfen Arbeitsabfolgen zu vereinfachen und Barrieren
abzubauen. Bei reduzierten Kosten kann die Qualität der produzierten
Ergebnisse sogar gesteigert
werden. Insbesondere in Standort übergreifenden Unternehmen kann so die
gleiche Unternehmenskultur an allen Standorten gepflegt werden.

Abb. 1: Basiskomponenten des Prozessmanagements
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1.1 Prozessziele
formulieren
Die Prozessziele sollten durch den Prozessverantwortlichen und den
Prozessbeteiligten aufgestellt und formuliert werden. Die Prozessziele
sollten mit den Unternehmenszielen, der Unternehmenspolitik und den
Visionen im Einklang stehen. Die Prozessziele sollten sich mit folgenden
Aspekten beschäftigen:
- Prozessleistung
- Prozessqualität
- Prozessdurchlaufzeit
- Prozesskosten

Abb. 2: Ziele der Prozessgestaltung
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1.2 Kennzahlen ermitteln
Bezogen auf die Prozessziele sollten geeignete Kennzahlen entwickelt
werden. Hierdurch kann überprüft werden, ob die durchgeführten Maßnahmen
auch wirksam sind und ob die Prozessziele erreicht wurden. Wenige,
aussagefähige, dafür wichtige Kennzahlen sollten vielen unzuverlässigen
Kennzahlen vorgezogen werden.
Die Aufgabe des PV bzw. der Prozessbeteiligten ist es, Kennzahlen zu
finden, anhand derer die Prozesse bzw. Prozessziele bewertet werden
können. Oftmals wird im Unternehmen bereits
umfangreiches Datenmaterial erstellt (Controlling, FIBU), auf welches
nach geeigneter Aufbereitung zugegriffen werden kann.
Zunächst wird bei einem Treffen der Prozessbeteiligten eine Liste mit
möglichen Kennzahlen erzeugt (Brainstorming). Nicht alle Kennzahlen
lassen sich mit einem vertretbaren Aufwand ermitteln, so dass es
notwendig ist, einige wesentliche Kennzahlen des Prozesses zu
bestimmen.
Es hat sich gezeigt, dass es schwer ist, von Anfang an die richtigen
Kennzahlen zu finden. Evtl. sind mehrere Sitzungen notwendig, um
angemessene Kennzahlen festzulegen.
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1.2.1 Erfolgsrelevante
Faktoren
Die Bewertung von betrieblich erfassten Zahlen gehört mit zum
wichtigsten Handwerkszeug von Führungskräften im Unternehmen.
Führungskräfte müssen über finanzielle Resultate informiert sein, aber
auch wissen, wie effektiv und effizient die Unternehmensprozesse
ablaufen; und sie müssen objektive und messbare Zielvorgaben definieren
können. Dabei helfen ihnen jedoch weder eine Flut von Daten noch endlose
Zahlenkolonnen. Vielmehr benötigen sie aussagekräftige
Informationen.
Diese Informationen sind über geeignete Kennzahlen bzw.
Kennzahlensysteme zu erhalten.
Mit Kennzahlen soll der Gesamterfolg eines Unternehmens gemessen
werden. Dies bedeutet, dass nicht nur finanzielle Kennzahlen im Zentrum
der Betrachtung stehen, sondern alle erfolgsrelevanten Faktoren für das
Unternehmen. Erfolgsrelevante Faktoren für das Unternehmen definieren
Kunden (Markt), Eigentümer und Gesetzgeber.

Abb. 3: Erfolgsrelevante Faktoren
Entscheidend ist, dass diese Faktoren nicht hierarchisch betrachtet
werden, sondern als gleichwertig vernetzt. Beispielsweise führt der
Verstoß gegen Gesetze dazu, dass das Unternehmen geschlossen wird oder
es sind zusätzliche Investitionen zur Erfüllung der gesetzlichen
Auflagen notwendig.
Diese Situation findet ihren Niederschlag im Finanziellen –
Umsatzeinbußen oder Investitionen – und tangiert somit unmittelbar die
Interessen der Eigentümer.
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1.2.2 Arten von Kennzahlen und ihre
Funktion
Wie das Beispiel zeigt, kann eine einzelne Kennzahl die komplexe
Unternehmenssituation nicht
vollständig erfassen und ggf. zu Fehleinschätzungen führen. Diese
Gefahr besteht immer dann, wenn Unternehmensführungen sich nur auf die
finanziellen Kennwerte als Führungsgröße beschränken; denn sie geben
nicht wieder, wie diese Zahlen erreicht wurden und welche Faktoren den
Erfolg oder Misserfolg begründet haben.
Welche Eigenschaften sollen Kennzahlen aufweisen, um diesem Anspruch
gerecht zu werden?
- Kennzahlen müssen aus den erfolgsrelevanten Faktoren ableitbar
sein.
- Die Unternehmensstrategie muss bewertbar sein.
- Trends müssen sich frühzeitig widerspiegeln und untereinander
vernetzbar sein.
- Kennzahlen müssen hinreichend empfindlich sein, um bei
Korrekturmaßnahmen deren Wirksamkeit aufzuzeigen.
Hinsichtlich ihrer Eigenschaften lassen sich Kennzahlen in zwei
Gruppen zusammenfassen.
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1.2.2.1 Strategische
Kennzahlen
Strategische Kennzahlen bilden die Makroziele des Unternehmens
ab.
Strategien beruhen auf Entscheidungen, die aus einer bestimmten Anzahl
von Alternativen ausgewählt wurden, um zu einem bestimmten Ergebnis zu
kommen. Diese Kennzahlen steuern die Effektivität und sollen die Frage
beantworten: „Tun wir die richtigen Dinge?“
Beispiel: Ein Unternehmen plant, seinen Marktanteil zu erhöhen. Es
stehen folgende Alternativen mit der dahinter gelegten Strategie zur
Entscheidung an:
1. durch Aufkaufen von Wettbewerbern oder
2. durch Einführung von neuen Produkten
das Ziel „Erhöhung des Marktanteils“ zu erreichen.
Man entscheidet sich für die Variante 2, da seitens der Entwicklung
neue, viel versprechende
Produkte zur Verfügung stehen. Die Richtigkeit der Entscheidung und der
angewandten
Strategie lässt sich anhand der strategischen Kennzahl „Umsatz
Neuprodukte zu Gesamtumsatz“ messen.
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1.2.2.2 Prozesskennzahlen
Prozesskennzahlen dienen zur Lenkung und Überwachung der
Unternehmensprozesse.
Sie zeigen an, ob Prozesse effizient sind und sollen die Frage
beantworten „Tun wir die
Dinge richtig?“ Eine solche Prozesskennzahl ist z.B. die Durchlaufzeit
bei einer auftragsgesteuerten Fertigung.
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1.2.2.3 Ableitung von Kennzahlen aus
relevanten Erfolgsfaktoren
Wie aus Abb. 3 zu ersehen ist, stellt die Kundenzufriedenheit einen
relevanten Erfolgsfaktor dar. Sie ist zunächst eine sprachliche
Umschreibung, die einer Messung nicht direkt zugänglich ist. Dies
bedeutet, dass entsprechende Kriterien gefunden werden müssen.
Kundenzufriedenheit kann sich beispielsweise zusammensetzen aus:
- Produkt- und Servicequalität
- Lieferzuverlässigkeit
- Reklamationsbearbeitung
Der Faktor Lieferzuverlässigkeit lässt sich weiter aufspalten in
Einhaltung der Lieferzeit und Liefermenge. Über die Kopplung mit den
Prozessdurchlaufzeiten können die entsprechenden Erfüllungsgrade
gemessen und zur Prozessoptimierung herangezogen werden.
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1.2.2.4 Vernetzung von
Kennzahlen
Kennzahlen verlieren ihren Sinn und ihre Aussagekraft, wenn sie nicht
im Kontext mit anderen Kennzahlen gesehen werden.
Durch Kennzahlensysteme wird die Unternehmensstrategie messbar und
überprüfbar gemacht. Auf diese Weise wird Transparenz und eine
reproduzierbare Kommunikationsgrundlage im Unternehmen geschaffen.
Die Mitarbeiter verstehen, in welchem Kontext ihre tägliche Arbeit
steht. Dies fördert die Initiative und das Bewusstsein, einen eigenen
aktiven Beitrag zum Gesamterfolg des Unternehmens zu erbringen.
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1.3 Prozesse
durchführen
Die Durchführung der Prozesse sollte durch ein gutes Managementsystem
unterstützt werden:

Abb. 4: Prozessqualität
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1.4 Prozesse messen
Folgende Fragestellungen sind bei der Prozessmessung von
Bedeutung:
- Wo werden die Prozessmesswerte erfasst?
- Wie werden die Prozessmesswerte ermittelt?
- Wie oft werden die Prozessmesswerte ausgewertet?
- Durch wen werden die Prozessmesswerte ausgewertet?
Mit Hilfe dieser Messwerte besteht jedoch nur die Möglichkeit, den
derzeitigen Zustand eines Prozesses zu beurteilen. Um eine Aussage über
die Abweichungen oder den
Verbesserungsfortschritt des Prozesses treffen zu können, ist es
erforderlich, die Entwicklung der Messwerte über einen längeren Zeitraum
zu beobachten.
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1.5 Prozesse
verbessern
Prozessverbesserung basiert auf einem Soll/ Ist-Vergleich.
Entsprechen die Ergebnisse den vorgegebenen bzw. geplanten
Prozesszielen?
Folgende Aspekte sind für Prozessverbesserungen von Bedeutung:
- Entspricht die Prozessleistung den Kundenanforderungen
(intern/extern)?
- Entspricht die Prozessqualität den vorgegebenen Prozesszielen?
- Entspricht die Prozessdurchlaufzeit (Prozessanfang bis –ende) den
Prozesszielen?
- Entsprechen die Prozesskosten (Ressourceneinsatz) den
Prozesszielen?
Die gleichzeitige Berücksichtigung der Leistungsparameter erlaubt
eine ganzheitliche Bewertung der Ergebnisse. Eine wichtige Funktion zur
ständigen Verbesserung der Prozesse
haben die Prozessverantwortlichen.
Hier einige Aufgaben der Prozessverantwortlichen:
- Prozessbeteiligte einberufen
- Prozessbeteiligte coachen und koordinieren
- Fähigkeiten der Prozessbeteiligten fördern
- Prozess-Barrieren aus dem Weg räumen (technische und soziale)
- Anforderungen der Kunden (extern/intern) ermitteln
- Prozessziele definieren und überwachen
- Kennzahlen für den Prozess festlegen
- Aktuelle Probleme besprechen und lösen
- Prozessbeschreibungen aktualisieren und freigeben
- Prozessmesswerte kommunizieren
Um die einmal erreichten Erfolge nicht „verpuffen“ zu lassen, ist es
von entscheidender Bedeutung regelmäßige Treffen der Prozessbeteiligten
zu organisieren und durchzuführen. Die
Prozessbeteiligten, bzw. ein Vertreter des jeweiligen Bereiches,
besitzen die beste Prozesskenntnis und die größte Nähe zu den externen
und internen Prozesskunden. Die „Prozesstreffen“ ermöglichen es, alle
Potentiale der Mitarbeiter zu nutzen und schnell
die konkreten Verbesserungen umzusetzen.
Die Möglichkeit der Prozessbeteiligten, den oder die eigenen Prozesse
zu gestalten, wirkt sich positiv auf die Motivation und somit auf den
Prozess aus.
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