Portalstudie
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1. Einleitung
2. Problemstellung und Zielsetzung 3. Einordnung, Definition und Abgrenzung 3.1. Begriffsdefinition 3.2. Begriffsabgrenzungen 3.3. Das Human Resources-Portal als Business-to-Business Plattform 3.3.1. Formen von Portalen 3.3.1.1. Publishing Portals 3.3.1.2. Collaborative Portals 3.3.1.3. Decision Portals 3.3.1.4. Operational Portals 3.3.2. Bekannte und genutzte Human Resources Portale 3.3.3. Studie „Electronic Human Resources Management“ 3.3.3.1. Bekanntheitsgrad 3.3.3.2. Nutzung 3.4. Das Mitarbeiterportal als Business-to-Employee Plattform 3.4.1. Eigenschaften von Mitarbeiterportalen 3.4.1.1. Ziele 3.4.1.2. Grundfunktionen von Mitarbeiterportalen 3.4.2. Vorgehensweise bei der Einführung 3.4.2.1. Anwendungsarchitektur 3.4.2.2. Organisatorische Umsetzung 3.4.2.3. Technische Umsetzung 3.4.3. Beispiel eines Vorgehensmodells für die Einführung eines Mitarbeiterportals 3.4.3.1. Analyse 3.4.3.2. Konzeption 3.4.3.3. Realisierung 3.4.3.4. Betrieb 3.4.4. Entwicklungsstände bei Mitarbeiterportalen 3.4.5. Vorteile durch Mitarbeiterportale 3.4.6. Gründe für das Scheitern von Mitarbeiterportalen 3.4.7. Erfolgsfaktoren für Mitarbeiterportale 3.5. Studie „Electronic Human Resources Management“ 3.5.1. Angebote im Intranet 3.5.2. Erfahrungen mit den Angeboten 3.5.3. Technische Details 3.6. Fazit |
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1.
Einleitung Portale stellen Integrationsplattformen dar, die dafür sorgen, dass
Inhalt, Kommunikation und unterschiedliche Applikationen
„zusammenfinden“. Abb. 1: Portalansatz Dadurch können sie in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden, was zu einer zunehmenden Diversifikation ihrer Anwendungskategorie (z.B. Öffentliche Portale, Teamportale etc.) führt. 2. Problemstellung und
Zielsetzung Abb. 2: Exponentielles Datenwachstum: Durchschnittliches Datenwachstum (TeraBytes) in Europa laut IDC 3/2000 Als eine Folge dieses unkontrollierten Datenwachstums und der damit verbundenen schlechteren Entscheidungsgrundlage sehen 80% der Befragten ihren Gewinn beeinträchtigt und 73% befürchten eine Verschlechterung der Mitarbeitermotivation. Aus dieser Problematik des effizienten Daten- und Informations-management entspringt in vielen Unternehmen der Ruf nach umfassenderen Lösungen. In einer heutigen Unternehmensumgebung wird es immer wichtiger, Information nicht nur vorhalten zu können. Es kommt darauf an, die für den jeweiligen Benutzer relevante Information im jeweiligen Kontext ohne großen Navigationsaufwand bereitzustellen. Gerade dafür haben sich zumeist webbasierte Portale inzwischen als Integrationspunkt etabliert. Portallösungen beheben dieses Problem der ineffizienten betrieblichen
Prozesse und des schlechten Informationsaustausches und – im speziellen
Fall der Mitarbeiterportale – erhöhen durch berufliche und private
Zusatzangebote zusätzlich die Zufriedenheit der Beschäftigten, steigern
die Motivation und die Effizienz und senken somit Prozesskosten. 3. Einordnung, Definition und
Abgrenzung 3.1.
Begriffsdefinition Die erste Definition nach Chan umschreibt das Gebiet der Portallösungen noch relativ grob, beinhaltet jedoch die wesentlichen Merkmale von Portalen: Ein Portal ist „eine Web-Anwendung, in der Inhalte, Dienste und Funktionen integriert werden“. Diese Auslegung beschränkt sich auf die softwareabhängigen Merkmale und wird in dieser Arbeit daher um folgende Begriffsbestimmung von Schelp erweitert: „Es handelt sich um Anwendungstypen, die das Internet als Kommunikations- und insbesondere als Vertriebsmedium erschließen und sich stärker als die traditionellen Applikationen an den Geschäftsprozessen und den Kunden orientieren.“. Hier kommt ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu, nämlich die Ausrichtung einer Portallösung an den Bedürfnissen und Prozessen eines Unternehmens. Man kann auch durch die Metapher des klassischen architektonischen Portals definieren. Im Zusammenhang mit Unternehmensportalen behält diese Metapher ihre Gültigkeit, wenn auch in einer etwas anderen Form. Ein Portal besteht aus virtuellen Räumen, von denen jeder unterschiedliche Informationen und Applikationen enthält, die für den einzelnen Mitarbeiter von unterschiedlicher Bedeutung sind. Die Entwicklung des Electronic Human Resources Management zeigt den Weg von den einzelnen Self-Service-Lösungen zu Unternehmens- oder Mitarbeiterportalen auf. Alle diese Portale haben gemeinsam, dass auf einer Oberfläche Informations-, Kommunikations- und Workflow-Funktionen zusammengefasst werden. Von den Portalen versprechen sich Unternehmen eine generell bessere Produktivität bei den Informations- und Geschäftsprozessen sowie eine höhere Mitarbeiter-zufriedenheit. Abb. 3: Portaldefinition 3.2.
Begriffsabgrenzungen Abb. 4: Portallösungen Teamportal: Ein Teamportal dient dem Dokumenten- und Wissensmanagement innerhalb einer klar definierten Gruppe, zum Beispiel im Rahmen einer Praktikergemeinschaft oder einer Projektgruppe. Informationsportal: Das Informationsportal stellt die traditionelle Form des Intranet, manchmal noch erweitert um Funktionen des Wissensmanagement dar. Gewöhnlich geht es bei diesen Portalen um die Aggregation von Inhalten. Mitarbeiterportal: Mitarbeiterportale stellen den nächsten Schritt der Portalentwicklung dar. Diese Portale sind mit signifikanten Prozessveränderungen, weitestgehend im Personalbereich verbunden und bieten zusätzliche Funktionalitäten im Bereich des Content Management, also der Verwaltung von Inhalten . Unternehmensportal: Unternehmensportale sind Portale, die für ein bestimmtes Unternehmen geschaffen werden, damit dieses Unternehmen in der Lage ist, mit den relevanten Kontaktpunkten effektiv und effizient umzugehen. Diese Kontaktpunkte können sich sowohl inner- als auch außerhalb eines Unternehmens befinden . Öffentliches Portal: Ein öffentliches Portal ist für alle Internetnutzer zugänglich. Ein Beispiel hierfür ist Yahoo! oder Web.de. Während ein Teamportal einer kleinen, klar definierten Arbeitsgruppe
für das Dokumenten- und Wissensmanagement zur Verfügung steht, stellt
das Informationsportal das dar, was gemeinhin als Intranet bezeichnet
wird – eventuell erweitert um die Funktion des Wissensmanagements – also
für gewöhnlich die Zusammenstellung von Inhalten. Ein Unternehmensportal
soll das Unternehmen in die Lage versetzen mit allen inner- sowie
außerbetrieblichen Schnittstellen effektiv und effizient umgehen zu
können. Öffentliche Portale sind für jedermann über das Internet
zugänglich (z.B. Lycos, Yahoo!, etc.). Materna definiert deshalb ein Mitarbeiterportal folgendermaßen: „Ein Mitarbeiterportal stellt Anwendungen, Prozesse und Inhalte zentral und personalisiert über eine Internetbasierte Arbeitsplattform zur Verfügung.“ Häufig trifft man in der Literatur auch auf die Verwendung des sehr schwammigen Begriffs „Enterprise Portal“, welcher unterschiedlich weit interpretiert wird. Spricht man vom Enterprise Portal i.e.S., wird darunter ebenfalls die persönliche Arbeitsumgebung verstanden, die dem Angestellten als Web-Angebot alle Funktionalitäten bietet, die er für seine Aufgabenerfüllung benötigt. Diese Eingrenzung deckt sich mit der andernorts verwendeten Bezeichnung des Enterprise Information Portal, welches man somit auch dem Begriff Mitarbeiterportal gleichsetzen kann. Was unterscheidet nun aber – abgesehen von der Vielzahl der verwendeten Bezeichnungen – ein Mitarbeiterportal von einem gewöhnlichen Intranet? Im Gegensatz zum Intranet handelt es sich bei einem Portal nicht nur um eine bloße, meist statische Informationsbereitstellung, sondern um die Abbildung der Geschäftsprozesse auf einer zentralen Plattform. Ein weiterer Unterschied besteht in der Personalisierung, sowie im so genannten Single-Sign-On-Mechanismus, der den Zugriff auf alle für den Mitarbeiter relevanten Applikationen mit einer einzigen Anmeldung ermöglicht. (Vgl. Single-Sign-on) 3.3. Das Human Resources-Portal als
Business-to-Business Plattform Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat sich neben den klassischen Personalmanagementlösungen eine spezielle Portalform herausgebildet. Diese Portale beschäftigen sich mit dem Schwerpunkt Krisenmanagement. Unternehmenskrisen ergeben sich oft aus einer verfehlten Personalarbeit. Daher stellt eine Krise im Unternehmen eine zentrale Herausforderung für die Führungsqualität der Führungskräfte dar. Beispiele sind www.gruenderwelt.de für Start-ups und Existenzgründer, www.themanagment.de mit Linksammlungen zu konkreten Krisenthemen oder www.akademie.de. Oft wird kritisiert, dass die Krisenmanagement- Portale das Thema Personalmanagement weitgehend ignorieren oder teilweise laienhaft abhandeln. Daher sollten Unternehmen, die in Krisen professionelle personalwirtschaftliche Hilfe benötigen, die klassischen Human Resources Portale bevorzugen . Portale helfen nicht nur bei der Personalsuche, sondern bieten eine komplette Betreuung rund ums Personalmanagement. Oft bündeln Portale die Angebote von verschiedenen Personaldienstleistern unter einem Dach. Der Nutzer findet Software-Tools zum Gehaltsvergleich, Hilfe bei der Zeugniserstellung, News, Termine von Weiterbildungsangeboten und vieles mehr. Human Resources Portale sind vielleicht der vorläufige Endpunkt einer Entwicklung, bei der einfache Jobbörsen zu Karriereplattformen und virtuellen Personalmanagement-Portalen ausgebaut wurden. 3.3.1. Formen von Portalen 3.3.1.1. Publishing
Portals Abb. 5: Hyperwave-ein Publishing Portal Einige Portale bieten die Möglichkeit der Integration externer Informationsquellen, wie zum Beispiel eines sich im Einsatz befindlichen Groupware-Systems oder des Dateisystems im Unternehmen. Typische Funktionen von Publishing Portals sind Dokumentenmanagement-Funktionen für die Verwaltung von Web- und Desktop-Dokumenten und eine umfangreiche Metadatenverwaltung, um Verknüpfungen zwischen den Inhalten herstellen zu können. Die Portale verfügen über einfache Workflow-Funktionen zur Unterstützung von Freigabe- und Review-Prozessen. Anbieter solcher Portale sind zum Beispiel Autonomy, Gauss Interprise, Hyperwave und Verity. 3.3.1.2. Collaborative
Portals Abb. 6: Documentum-ein Collaborative Portal 3.3.1.3. Decision Portals Abb. 7: Hummingbird-ein Decision Portal 3.3.1.4. Operational
Portals Abb. 8: Integration der Anwendungen im ANFIS Sie integrieren serverbasierte Anwendungen und binden weitere Informationsquellen und Dienste ein, die für die Durchführung der operativen Aufgaben von Nutzen sein können. Angeboten werden Operational Portals von einigen Herstellern von Enterprise Resource Planning-Systemen und von Application Service Providern. Der Durchbruch dieses Portal-Konzeptes hängt jedoch stark von einer reibungslosen Integration der Anwendungen ab . Beispielhaft ist in der obigen Grafik die Integration der Anwendungen im ANCOSO Firmen- Informationssystem (ANFIS) dargestellt. Diese Softwarelösung der ANCOSO Development GmbH lässt sich problemlos in bestehende Softwarearchitekturen der Unternehmen integrieren. Ein weiteres Beispiel für ein Operational Portal ist das mySAP.com Enterprise Portal. Abb. 9: mysap.com-ein Operational Portal 3.3.2. Bekannte und genutzte Human
Resources Portale Abb. 10: Bekanntheitsgrad der Portale Das Ranking wurde nach Anforderungen wie Aktualität, Übersichtlichkeit und Inhalten aufgestellt . Abb. 11: Ranking 3.3.3. Studie „Electronic Human
Resources Management“ 3.3.3.1. Bekanntheitsgrad Abb. 12: Bekanntheitsgrad von Portalen Der Nutzungsgrad dagegen ist noch eher gering. Über 75 Prozent der Nutzer arbeiten unregelmäßig mit Human Resources Portalen. Kostenpflichtige Portale wie zum Beispiel HRgate (10 Prozent) oder HRblue (4 Prozent)werden noch seltener genutzt. Personalmanager loben den Informationsumfang und die technische Umsetzung vieler Portale. 3.3.3.2. Nutzung Die technischen Voraussetzungen wurden kaum als Hindernisgrund angegeben, da die Einführung mehrerer Electronic Human Resources-Lösungen dieses Problem bereits beseitigt. Allerdings spielen die Kosten für die Nutzung eine erhebliche Rolle.
Abb. 13: Kennen und Nutzung von HR- Portalen in Prozent Abb. 14: Gründe für Nichtnutzung Fast 90 Prozent der Unternehmen, die Human Resources-Portale kennen
und nutzen, sind bereit, für die Dienstleistung zu bezahlen. Über die
Hälfte der Befragten würde bis 1000 EUR jährlich für die Nutzung
bezahlen. Abb. 15: Zahlungsbereitschaft für Leistungen von HR- Portalen 3.4. Das Mitarbeiterportal als
Business-to-Employee Plattform Das Unternehmen möchte seine internen Geschäftsprozesse optimieren
und die Kommunikation zu seinen Mitarbeitern verbessern. Dieses
Verhalten prägte den Begriff des Business to Employee (B2E) .
Business-to-Employee Portale sollen das Browsen innerhalb als auch
außerhalb des Firmennetzes vereinfachen. 3.4.1. Eigenschaften von
Mitarbeiterportalen Abb. 16: Unternehmensportal 3.4.1.1. Ziele 3.4.1.2.
Grundfunktionen von Mitarbeiterportalen Personalisierung Diese Konfiguration wird gespeichert, so dass dem Benutzer beim nächsten Anmelden die Inhalte bereitgestellt werden, die seinen Interessen und Bedürfnissen entsprechen. Diese rollenbasierte Personalisierungsfunktion ermöglicht dem Mitarbeiter eine eigene Gestaltung und Strukturierung. Er kann so eine für ihn sinnvolle Auswahl aus der Vielzahl von angebotenen Informationen treffen. Mediaapps stellt verschiedene Personalisierungstechniken vor .
Abb. 17: Personalisierungstechniken Informationsaggregation Single sign on Permanente und globale
Verfügbarkeit 3.4.2.
Vorgehensweise bei der Einführung 3.4.2.1. Anwendungsarchitektur Abb. 18: Anwendungsarchitektur Eine solche vorgelagerte Integration der betrieblichen Applikationen ist nötig, wenn das Portal Informationen aus vielen Quellen integriert darstellen und die Komplexität des Gesamtsystems beherrschbar sein soll. „Die Integration erst innerhalb der Portallösung führt zu einer nur punktuellen Integration mit den vorgelagerten Systemen und ist nur dann sinnvoll, wenn keine weitere Applikation auf die integrierte Sicht zugreifen soll und die Anzahl der zu integrierenden Systeme gering ist.“ Zentrale Komponente der Architektur ist der Common
Information Bus (CIB), zu Deutsch ein Nachrichten-orientierter
Kommunikationsbus, über den integrierte Applikationen z.B. mit XML
asynchron kommunizieren können. Die angeschlossenen Teilsysteme können
sowohl untereinander als auch mit der Integrationsapplikation – genauer
dem Applikationsserver – Nachrichten austauschen.
In einer solchen Referenzdatenbank werden Daten gespeichert, die von mehr als einer integrierten Anwendung benötigt werden. Schickt ein Portalbenutzer Daten innerhalb einer Portalseite ab, werden diese als Serviceanfrage an den Applikationsserver weitergeleitet. Dieser weiß, welchen Applikationen er nun eine Anfrage stellen muss. Dies können auch Anfragen sein, bei denen er mehrere Anwendungen und Datenbanken hintereinander aufrufen muss. Sobald er die Antworten erhalten hat, setzt er die gesammelten Daten in Beziehung zueinander und kann zusätzliche Berechnungen ausführen. Abschließend sendet er das Ergebnis als HTML-Seite an den Webserver (auch Portalserver genannt). Der Vorteil dieser Architektur liegt in ihrer iterativen Skalierbarkeit: Mit verhältnismäßig einfachen Mitteln kann in einem ersten Schritt eine Integrationsanwendung realisiert werden, die aber gleichzeitig offen für spätere Anforderungen ist. Außerdem sind die einzelnen Systemen weitgehend unabhängig voneinander, weshalb eine Änderung innerhalb einer Applikation gegenüber den anderen Systemen keine Auswirkung hat. 3.4.2.2.
Organisatorische Umsetzung Abb. 19: Vorgehensweise bei Integrationsprojekten Um zu verhältnismäßig schnellen Ergebnissen zu kommen, kann man den eher pragmatischen Ansatz der Bottom-Up-Vorgehensweise verfolgen, welche die Interaktionen zwischen den zu integrierenden Systemen aus dem Kommunikationsbedarf der Einzelsysteme abzuleiten versucht. Jedoch besteht bei einer solchen Vorgehensweise die Gefahr, dass Erfordernisse aus dem gesamten Geschäftsprozess nicht erfasst werden, und somit die Gefahr einer Quick-and-Dirty-Lösung. Der Top-Down-Ansatz hingegen scheint für die Erfüllung der Kundenwünsche besser geeignet. Er leitet den Integrationsbedarf aus den Geschäftsprozessen ab, hat jedoch zur Folge, dass die darunter liegenden Anwendungen evtl. anzupassen sind, was letztlich den Aufwand der Integration in die Höhe gehen lässt. Daher kann es durchaus sinnvoll sein beide Vorgehensweisen miteinander zu kombinieren. „Zu Beginn eines Integrationsprojektes sollte vordergründig der Bottom-Up-Ansatz verfolgt werden, mit zunehmender Laufzeit des Integrationsprojektes der Top-Down-Ansatz.“ Auf diese Weise wird die Integration der Legacy-Applikationen Schritt für Schritt erhöht und die Komplexität des Gesamtprojektes reduziert. Diese Politik der kleinen Schritte ist vor allem in global operierenden Konzernen mit lokalen Landesgesellschaften, die alle Profit- und Loss-Verantwortung tragen, erfolgsversprechender als es große Lösungen sein könnten . Im Folgenden sollen die in Abbildung 19 aufgeführten Stichpunkte eines solchen Integrationsprojektes näher erläutert werden, wobei jedoch auf eine genaue Erklärung der einzelnen Notationen und Techniken verzichtet werden soll. Eine Portaleinführung bedeutet unter anderem, die bestehenden Workflows webtauglich zu implementieren. Dazu müssen diese zuerst geklärt werden. Um die Ablauforganisation zu erfassen, muss also zunächst eine Dokumentation der Geschäftsprozesse stattfinden. Dieser Prozess erfolgt typischerweise in verschiedenen Abstraktionsstufen; von der „Top-Level“-Sicht bis hin zum detaillierten Geschäftsprozess. Hierfür eignen sich verschiedene Notationen, wie z.B. einfache Flussdiagramme, ereignisgesteuerte Prozessketten (kurz EPK) oder der Einsatz von UML Use Cases . Anschließend erfolgt die Analyse der Anforderungen. Hier
werden konkrete Akteure, innerhalb der Integrationslösung identifiziert.
Unter Akteuren versteht man hierbei jeden Auslöser einer Interaktion.
„Im optimalen Falle sollten Akteure direkt aus den Geschäftsprozessen
hergeleitet werden können, in der Realität gehen entsprechende
Zusammenhänge jedoch häufig aufgrund eines ungenügenden
Detaillierungsgrades der Geschäftsprozesse verloren.“ Um diese
Anforderungen zu modellieren, werden in der Praxis unter anderem UML
Use-Case-Diagramme verwendet, welche die Zusammenhänge zwischen Akteuren
und Use Cases aufzeigen und eine externe Sicht auf die Integration
bieten. Da sich das Portal an den Geschäftsprozessen orientiert, benötigt es Daten bzw. Funktionen, die über die nach Abteilungen getrennten bestehenden Applikationen verteilt sind; also so genannte Querschnittsanwendungen bzw. „horizontale“ Applikationen. Für die Festlegung der Reihenfolge und der Bedeutung der zu übertragenden Daten dient die Schnittstellenspezifikation. Um die Kommunikation zwischen den verschiedenen Systemen zu ermöglichen werden zusätzlich Informationen zur Steuerung benötigt, die als einheitliche Header-Information den Nutzdaten vorangestellt übergeben werden. Hierzu werden standardisierten Spezifikation, wie z.B. XML verwendet. Zu der Phase der Architektur und Implementierung gehören der Entwurf einer Integrationsarchitektur, die Implementierung bzw. Konfiguration der eingesetzten Technologien, entsprechende Testdurchführungen und die Vorbereitung der Einführung. Neben diesen dargestellten Aspekten ist es insbesondere die sich schrittweise annähernde Vorgehensweise mit einer zusätzlichen Anwendung des Time-Boxing-Verfahrens, die auf organisatorischer Ebene zu einem erfolgreichen Integrationsprojekt-Projekt beitragen. 3.4.2.3.Technische
Umsetzung Java Server Pages basieren auf der Programmiersprache Java und haben sich in den letzten Jahren als sehr erfolgreich erwiesen. Vorteile der JSP sind u.a. die Einbindung in die Java 2 Enterprise Edition (J2EE) und die Möglichkeit der Nutzung aller Java-Dienste und APIs. JSP werden in einem Zusatzmodul des Web oder Portalservers ausgeführt, d.h. der Server benötigt eine Servlet-Erweiterung. An diese leitet der Server alle Client-Anfragen mit der Endung „.jsp“ weiter, erhält die entsprechende Antwort und leitet diese wieder zurück zum User. Das bekannteste Beispiel für eine solche Erweiterung, auch Servlet Engine genannt, ist der Tomcat Server. Die Logikteile für die Präsentation oder den Geschäftsvorgang werden in den HTML-Code eingebettet. Wird eine JSP-Seite zum ersten Mal aufgerufen, so wird der darin enthaltene Java-Code kompiliert (übersetzt) und das Ergebnis in die HTML-Seite eingeschlossen. Abb. 20: Lebenszyklus einer JSP-Seite Active Server Pages wurden von Microsoft bereits vor JSP entwickelt und führten als erstes das Prinzip der Server-Page-Technik ein. Voraussetzung für ASP ist daher ein Windows-Betriebssystem, sowie der Personal Webserver bzw. der Internet Information Server, allesamt Microsoft-Produkte. Es gibt jedoch auch Software Anbieter, welche die nötige Laufzeitumgebung für ASP auch für andere Betriebssysteme bereitstellen. ASP basiert auf der Skriptsprache Visual Basic Script (VB), kann allerdings auch mit JavaScript verwendet werden. Der Ablauf (sowie die Syntax) entsprechen dem besprochenen von JSP. Die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Technologien sind:
Welche der Technologien allerdings geeigneter ist, hängt zum Großteil von der bestehenden Systemlandschaft ab. Wählt man eine OpenSource-Lösung, wie PHP, benötigt man eine erfahrene IT-Abteilung. Auch bei kommerziellen Portalservern, die ebenfalls auf eine der genannten Technologien basieren, fällt die Entwicklung der einzelnen Portalkomponenten, Datenbankanbindungen und die Integration der Applikationen nicht weg. 3.4.3. Beispiel eines
Vorgehensmodells für die Einführung eines Mitarbeiterportals
Abb. 21: Framework aus vier Modulen 3.4.3.1.
Analyse 3.4.3.2.
Konzeption 3.4.3.3.
Realisierung 3.4.3.4.
Betrieb 3.4.4.
Entwicklungsstände bei Mitarbeiterportalen Abb. 22: Entwicklungsstufen von Portalen Agassi meint, dass in Zukunft eine ganz neue Generation von Anwendungen aus diesen Portalen entstehen wird. Die Portalanwendungen werden dann mit Business Intelligence und dokumentenorientierten Anwendungen verknüpft. Es wird zahlreiche Varianten geben, die alle auf einer einzigen personalisierten Umgebung beruhen, die den Informationskonsum des Nutzers auf jeder Ebene nachvollziehen kann. 3.4.5. Vorteile durch
Mitarbeiterportale Da dies an einer zentralen Stelle geschieht, kann der Mitarbeiter von beliebigen Arbeitsplätzen darauf zugreifen, wodurch sich Mobilität und Flexibilität der Anwender erhöhen. Durch den Abteilungsübergreifenden Informationsaustausch wird zudem die Kommunikation der Mitarbeiter gefördert und die gemeinschaftliche Arbeit unterstützt. Es ergeben sich deutliche Einsparpotenziale bei den Transaktionskosten, die in der Verwaltung anfallen. Durch die gemeinsame Nutzung eines elektronischen Marktplatzes im Rahmen des Business-to-Employee Portals können Synergieeffekte beispielsweise beim Einkauf genutzt und Kosten gespart werden. Mitarbeiterportale stellen eine geeignete Plattform dar, um jahrzehntelang aufgebautes, wertvolles Wissen systematisch zu speichern und bereitzustellen, damit es auch anderen Mitarbeitern zur Verfügung steht . Der Einsatz von Portalen ist ein entscheidender Beitrag zum Geschäftserfolg. Das Portal stellt die Mitarbeiter in den Mittelpunkt, erhöht die Effizienz der täglichen Arbeit und Interaktion mit Kunden und Geschäftspartnern. So werden Geschäftsbeziehungen intensiviert und Potenziale ausgeschöpft. Wichtige Entscheidungen können aufgrund der vorhandenen Informationen schneller getroffen werden. Das verringert die Reaktionszeit auf plötzlich eintretende Ereignisse, was den Geschäftserfolg beeinflusst . Grundsätzlich hat ein Human Resources Portal die gleichen Vorteile wie alle Electronic Human Resources- Lösungen, wie zum Beispiel die Entlastung von administrativen Papierbergen und somit die Zuwendung zu entscheidungsrelevanten komplexeren Problemstellungen. Mitarbeiterportale bieten eine Reihe eindeutiger Nutzenpotenziale, wie zum Beispiel:
3.4.6. Gründe für das
Scheitern von Mitarbeiterportalen Mitarbeiterportale mit vielen Informationen werden an anderen News-Portalen im Internet gemessen. Deshalb braucht ein Intranetportal einen regen Nachrichtenfluss, vorzugsweise mit Artikeln von Mitarbeitern. Entscheidend ist der Dialog mit den Mitarbeitern. Dieser lässt sich über das Angebot von Mail-Responsetools, Umfragen und Chats erzeugen . Die Mitarbeiter sollten intensiv motiviert werden, sich mit Beiträgen am Portal zu beteiligen. Um den Informationspool aktuell zu halten, müssen die Mitarbeiter in der Lage sein, ihr persönliches Wissen und ihre Erfahrungen aus Projekten ohne administrative Hilfe veröffentlichen zu können . Jedes Mitarbeiterportal sollte individuell für ein Unternehmen konzeptioniert werden. Die Erfolgswahrscheinlichkeit kann sich deutlich erhöhen, wenn ausgereifte Baukasten-Lösungen für Intranetportale zum Einsatz kommen. Allerdings bringt ein einheitliches Layout der Applikationen selbst noch keinen Nutzen. Die erhöhte Verfügbarkeit von Informationen verursacht trotz neuer Techniken hohe Verwaltungskosten und hohe Suchkosten. Ein weiterer Nachteil bei der Einführung von Portaltechniken, insbesondere bei Mitarbeiterportalen, ist der Umstand, dass der Return-On-Investment (ROI) – wenn überhaupt – nur schwer nachweisbar ist. Hinzu kommt, dass es bei solchen Projekten, wie bei vielen anderen Projekten auch, keine Erfolgsgarantien gibt, da der Erfolg von vielen Faktoren (wie z.B. die Akzeptanz der Mitarbeiter) abhängt, die keine Wenn- dann- Prognosen zulassen. Die nachfolgende Tabelle gibt nochmals einen kurzen Überblick über die Vor- und Nachteile eines Mitarbeiterportals: Abb. 23: Vor- und Nachteile von Mitarbeiterportalen 3.4.7. Erfolgsfaktoren für
Mitarbeiterportale Um die Ängste der Mitarbeiter zu senken bzw. die Akzeptanz für das neue System zu erhöhen müssen zunächst die Anforderungen der Zielgruppe berücksichtigt werden. „Im Vorfeld sollten die Mitarbeiter nach ihren Nutzeranforderungen und Wünschen befragt werden, um zu vermeiden, dass die Benutzerakzeptanz fehlt bzw. am Anwender vorbei entwickelt worden ist (siehe Kapitel Vorgehensweise). Im schlimmsten Falle kann es sein, dass Mitarbeiter aufgrund der unzureichenden Erfüllung der Anforderungen das Portal gar nicht nutzen.“ Gegen fehlende Verantwortlichkeiten sind für den Erfolg eines (jeden) IT-Projektes klar definierte Prozesse für Entwicklung, Test und Anforderungsmanagement eine wesentliche Voraussetzung. Auch die Unterstützung der Portaleinführung bis in die oberste Managementebene ist demnach ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor. Nach Materna sollte ein Portal-Projekt idealer Weise von der Geschäftsführungs- oder Vorstandsebene unterstützt werden: „Ohne Management-Unterstützung gestaltet sich die Einführung schwierig, da sowohl die Budgetierung als auch die Bereitstellung interner Personal-Ressourcen für die Realisierung eines Portal-Projektes zwingend erforderlich ist.“ Auf der technischen Seite ist vor allem der schnelle Zugriff auf relevante Daten eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Voraussetzung. Des Weiteren müssen Ausbaufähigkeit und Erweiterbarkeit, sprich die Skalierbarkeit, von Anfang an beim Aufbau eines Portals berücksichtigt werden und zwar in Bezug auf eine steigende Userzahl als auch auf den zukünftigen Ausbau der Applikations-Integration. Außerdem sollten offene Standards zum Einsatz kommen, die den Anschluss weiterer Systeme möglich machen. Natürlich sollte der Return-on-Investment (ROI) sehr hoch sein, allerdings ist dieser in der Praxis meist nur schwer nachzuweisen und genaue Daten anderer Portaleinführungen werden letztlich selten herausgegeben, was eine Prognose zusätzlich erschwert. Wenn sich aus dem Projekt allerdings einige Folgeprojekte ergeben, wirkt sich das in der Regel positiv auf den ROI aus. Um einen Überblick über die für ein Gelingen einer Portaleinführung wichtigen Punkte zu geben, sind nachfolgend nochmals alle Erfolgsfaktoren kurz zusammengestellt: Abb. 24: Erfolgsfaktoren durch Mitarbeiterportale 3.5. Studie
„Electronic Human Resources Management“ 3.5.1. Angebote im
Intranet Abb. 25: Welche „Services“ werden Ihren Mitarbeitern über Intranet angeboten? Unternehmen aus den Branchen Banken, Consulting und Versicherungen, Elektrotechnik und Informationstechnologie sowie der Industrie sind besonders aktiv. Auch große und internationale Unternehmen bieten verstärkt verschiedene Services über das Intranet an. Unternehmen ohne weitere Standorte und Unternehmen aus der Konsumgüterbranche bieten ihren Mitarbeitern keine Angebote über das Intranet an. 37 überwiegend internationale Unternehmen betreiben bereits ein Mitarbeiterportal, 15 Unternehmen befinden sich in der Planungsphase. Dieses Ergebnis überrascht positiv, denn die Realisierung von Mitarbeiterportalen ist kostenintensiv und langwierig. Viele der Unternehmen bieten mehr als fünf verschiedene Angebote im Intranet an. Abb. 26: Angebote im Intranet 3.5.2.
Erfahrungen mit den Angeboten Abb. 27: Erfahrungen in Abhängigkeit der Anzahl der angebotenen Services 3.5.3. Technische
Details 3.6. Fazit Um die Komplexität des Gesamtsystems beherrschbar zu gestalten und gleichzeitig Informationen aus zahlreichen Quellen integriert darzustellen, benötigen Portale eine vorgelagerte Integration der betrieblichen Anwendungen. Eine Integration erst innerhalb der Portallösung führt zu punktuellen Schnittstellen mit den vorgelagerten Systemen und ist nur dann sinnvoll, wenn keine weiteren Anwendungen auf die integrierte Sicht zugreifen müssen und nur wenige einzubindende Systeme vorhanden sind. Für die Anwendungsintegration innerhalb eines Betriebs empfiehlt sich daher die Implementierung einer zusätzlichen Integrationsschicht, die einer Portallösung als Basis zur Verfügung stehen und leicht ausgebaut werden kann. Da IT kein Selbstzweck sein sollte, sondern in den Unternehmen der Unterstützung des Geschäftes dienen muss, müssen sich die Ziele der IT-Projekte, wie einer Portaleinführung, aus den Strategien zur Erreichung der Geschäftsziele ableiten. Auf keinen Fall darf hierbei jedoch die Integration als zusätzliches Feature innerhalb der Entwicklung bestehender Anwendungen betrachtet werden, da dies zu keiner offenen Lösung führt. Auch die kommerziellen Portallösungen sind keine
fertigen Lösungen; sie bieten keine Antwort beispielsweise auf die Frage
nach der Daten-, Funktions- oder Prozesshoheit, welche bei einer
Integration der Systeme auftreten werden. Außerdem erfordert der Betrieb
einer integrierten Lösung den Aufbau einer entsprechenden Organisation,
mit der nicht nur die IT-, sondern auch die Fachabteilungen eines
Unternehmens gefordert sind. Die organisatorischen Probleme sind also in
jedem Fall zu bewältigen und stellen eine große Herausforderung
dar. |
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